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Erpressungsversuche via E-Mail

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Erpressungsversuche via E-Mail
Aktuell ist eine Zunahme an Erpressungsversuchen, die per E-Mail an Betroffene gerichtet werden, zu verzeichnen.
Im Bereich der digitalen Erpressungen zeichnet sich das Phänomen der sogenannten „Pornomails“ im Kern dadurch aus, dass Täter vorgeben, intime Aufnahmen der Opfer zu besitzen.

Die Täter drohen regelmäßig mit der Veröffentlichung der Aufnahmen, falls keine Zahlung einer bestimmten  Geldsumme bzw. Bitcoins erfolgt.

Diese Anschreiben an die Geschädigten erfolgen im Regelfall in Form von massenhaften Mailanschreiben (als breitflächige Spammails), welche eine namentliche Anrede und Nennung von Passwörtern bzw. Kontaktdaten der Opfer enthalten.

Die Täter haben in der Regel kein kompromittierendes Material. Sie haben lediglich im sog. „Dark-Net“ persönliche Daten und Passwörter aufgekauft, die aus Hackingattacken gegen große Provider oder Online-Anbieter stammen.

Die Polizei gibt folgende Hinweise:

Machen Sie sich stets bewusst, dass Sie während eines Videochats gefilmt werden könnten. Diese Filminhalte könnten ggf. dazu verwendet werden, Sie zu erpressen.

Deaktivieren Sie Ihre Webcam immer, wenn Sie nicht gerade via Videochat mit jemandem sprechen. Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, verdecken Sie Ihre Webcam.

Halten Sie das Betriebssystem, den Browser und den Virenschutz Ihrer elektronischen Geräte immer auf dem aktuellsten Stand, um sich vor Malware zu schützen.

Überprüfen Sie Ihre eigene E-Mail-Anschrift mit Hilfe eines sog. „Identity Leak Checker“1 ob die jeweils persönlichen Identitätsdaten bereits im Internet veröffentlicht wurden und hierdurch dem Missbrauch preisgegeben sind. Ändern Sie dann Ihre persönlichen Zugangsdaten!

Wenn Sie Opfer geworden sind:

In beiden Fällen sollten Sie nicht in Panik geraten und ohne Schamgefühl Strafanzeige bei der Polizei erstatten. Zahlen Sie auf keinen Fall!

Falls die Erpresser Bild- oder Videomaterial veröffentlicht haben, wenden Sie sich so schnell wie möglich an den betreffenden Dienstanbieter. Verlangen Sie von ihm, die Inhalte umgehend zu löschen.

Überprüfen Sie mit Suchmaschinen Ihren Namen auf neue Videos oder Fotos, die jemand mit Ihrem Namen im Internet hochgeladen hat. Informieren Sie Ihre Bank, um eventuelle Überweisungen (Abbuchungen?) anzuhalten oder rückgängig zu machen.

Ändern Sie sofort alle Passwörter für ihre Zugänge zu Foren, Mail Accounts usw.

Erstatten Sie immer eine Strafanzeige. Nur so bekommt die Polizei Kenntnis von der Straftat und kann die Täter verfolgen. Außerdem erhält sie dadurch Informationen zum Ausmaß der Taten und kann Zusammenhänge herstellen.

Weitere Präventionshinweise erhalten Sie unter www.polizei-beratung.de