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Telefon mit Schriftzug Telefonbetrug
Die beste Abwehr gegen Telefonbetrug: Einfach auflegen!
Immer wieder rufen Betrüger bei Bürgern an, um mit verschiedenen Maschen an Bargeld und Wertgegenstände zu gelangen.
Martina Feldhaus

Der Schock sitzt tief bei dem älteren Ehepaar aus Emsdetten. Es klang alles so logisch und glaubwürdig, als ein Mann bei den beiden anrief und von einem schrecklichen Vorfall berichtete. Der Fremde gab sich als Justizbeamter aus und erklärte, die Tochter des Ehepaars habe einen tödlichen Unfall verursacht. Dabei seien eine Mutter und ihre drei Kinder ums Leben gekommen. Und nur durch eine Zahlung einer hohen Kautionssumme im fünfstelligen Eurobereich könne eine Haft verhindert werden.

Stark unter Druck gesetzt

Das Ehepaar fühlt sich stark unter Druck gesetzt. Es will seiner Tochter unbedingt helfen. In dieser Situation können die Emsdettener nicht mehr klar denken. Sie übergeben an einem vereinbarten Ort den geforderten Betrag an einen unbekannten Täter.

Es ist ein weiterer dramatischer Fall, der leider kein Einzelfall ist. Immer wieder – und derzeit erneut verstärkt – stellt die Kreispolizeibehörde Steinfurt fest, dass Telefonbetrüger mit diversen Maschen, bei denen sie ihre Opfer psychisch enorm unter Druck setzen, Erfolg haben.

Nicht selten kennen die Opfer die Masche bereits

Was viele nicht ahnen: Die Betroffenen kennen die Telefonbetrugsmaschen oftmals bereits - und trotzdem werden sie Opfer. Im direkten Telefonkontakt mit den Kriminellen sind sie überfordert. Viele beschreiben, dass sie in der Situation "handlungsunfähig" waren, sich wie "ferngesteuert" oder "hypnotisiert" fühlten. Regelmäßig gaben Opfer an, sich vorher sicher gewesen zu sein, dass Ihnen so etwas nicht passieren kann. Zwar ändern sich die Tricks der Betrüger immer wieder, die Verhaltenstipps, um sich vor Telefonbetrug zu schützen, bleiben jedoch im Grunde gleich.

Die Kreispolizeibehörde appelliert daher: Schützen Sie sich und Ihre Angehörigen vor dem direkten Täterkontakt: 

  • Lassen Sie einen Anrufbeantworter alle Telefongespräche entgegennehmen! So haben Sie genügend Zeit, sich mit der Polizei oder Angehörigen in Ruhe zu beraten.

  • Rufen Sie niemals Telefonnummern zurück, die Sie nicht kennen!

  • Verzichten Sie auf einen Eintrag im Telefonbuch!

  • Lassen Sie sich, falls bereits ein Eintrag vorliegt, aus dem Telefonbuch austragen! 

  • Wechseln Sie die Telefonnummer, wenn Sie trotz Telefonbuchaustrag weiterhin unerwünschte Anrufe bekommen.

  • Vereinbaren Sie ein Familienkennwort mit Angehörigen!

  • Verwenden Sie eine „Whitelist“ (Liste erwünschter Anrufer) für eingehende Anrufe! Lassen sie sich gegebenenfalls durch Ihre Kinder oder Enkelkinder bei der Einrichtung einer „Whitelist“ über Ihre Telefonanlage unterstützen!

Haben Sie doch ein Gespräch angenommen, bei dem Sie sich unsicher sind, wer am anderen Ende der Leitung ist:

  • Unterbrechen Sie das Gespräch frühzeitig, legen Sie einfach auf!

  • Holen Sie sich im Zweifelsfall Hilfe bei nahen Verwandten und Freunden!

  • Sie sind Opfer eines Telefonbetrugs geworden: Kontaktieren Sie nächstgelegene Polizeiwache oder den Polizeinotruf 110 und erstatten Sie Anzeige!

Zu diesen Betrugsmaschen bietet die Kreispolizeibehörde Steinfurt zudem spezielle Vorträge für Senioren an, in denen u.a. auf diese und ähnliche Deliktsfelder eingegangen wird und Hinweise zum Schutz gegen diese Straftanten geben werden.

Hier gibt es weiter Präventionshinweise:

Für Bürgerinnen und Bürger

Für Bankangestellte

Folgende Betrugsmaschen wenden Kriminelle am Telefon häufig an
  • Schockanruf: Angeblich ist ein enger Verwandter, die Enkelin oder der Sohn, Schuld an einem tödlichen Unfall und es muss eine hohe Kaution entrichtet werden, um eine Haft zu verhindern. Oder ein enges Familienmitglied liegt angeblich mit einer schweren Krankheit im Krankenhaus und nur ein immens teures Medikament kann das Leben retten.
  • Falsche Polizeibeamte: Angeblich gibt es in der Nachbarschaft eine Einbruchsserie – und der angebliche Polizist möchte das Bargeld und die Wertsachen der Angerufenen in Sicherheit bringen.
  • Falsche Gewinnversprechen: Angeblich hat der/die Angerufene bei einem Gewinnspiel einen hohen Betrag gewonnen. Um das Geld zu erhalten, muss zuvor eine bestimmte Summe als Transferkosten überwiesen werden.
  • Falsche Microsoft-Mitarbeiter: Ein angeblicher Mitarbeiter der Software-Firma Microsoft ruft wegen angeblicher Computer-Probleme an. Er gibt vor, den Schaden beheben zu können, wenn er die Zugriffsrechte und Passwörter erhält oder aber eine bestimmte Reparatur-Software auf den PC installiert.
  • Enkel-Trick: Ein angeblich naher Verwandter – zum Beispiel ein Enkel oder eine Nichte – ruft an und schildert eine angebliche finanzielle Notsituation. Er/Sie bräuchte dringend die Hilfe des Angerufenen – und zwar durch einen hohen Bargeldbetrag.

Diese und andere Maschen sind perfide und leider immer wieder erfolgreich. Daher wiederholt die Kreispolizeibehörde ihre Warnung in regelmäßigen Abständen. Helfen auch Sie mit und machen Sie Verwandte und Bekannte auf die Betrugsmaschen aufmerksam. Damit niemand um sein langjährig Erspartes gebracht werden kann.

 

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